AufräumReise

Professional Organizing: Aufräumreise - Gastbeitrag von Verena Voigt M.A.

Auf zu den Basislagern der Zukunft…

Ein Gastbeitrag von Verena Voigt M.A.

Seit Mitte März 2020 ist Covid19 das Thema, das das Leben vieler Menschen neustrukturiert: es priorisiert Gespräche, Kontakte, Mobilität. Ich kenne keinen, der nicht wenigstens angefangen hat, aufzuräumen.

Ostern 2020 bedeutete für mich: Drei Tage, in denen sich meine Arbeitsbibliothek dringend neuordnen wollte. Keine leichte Aufgabe in Zeiten des FuturZwei. Alles und Nichts könnte in Zukunft wichtig gewesen sein. Also beschloss ich, die ProjektArchive erstmal nur zu „verschlanken“. Die zeitliche Chronologie nicht aufzulösen, sondern nur zu „rekonstruieren“. Es entstanden sieben (nur für mich sichtbare) unter sich verbundene ThemenLandschaften.

Mit den dahingehenden OsterStunden und -Gedanken machten mich die Dinge glücklich, die ich wiederfand. Ich erinnerte mich an vergangene Projekte und fand Bücher, die noch irgendwie gelesen werden wollten und Projekte, die noch realisiert werden müssen.

Unter den glücklichsten Fundstücken war das Redemanuskript von Harry Walter „Die Schönheit der Archive“ (Eröffnungsrede, BASIS KÜNSTLERARCHIV, Pulheim, 17.06.2013). Bei der Eröffnung war ich nicht dabei. Dennoch freute ich mich, dass die Metaphorik des „Basislager“ am Rande nächtlicher Recherchen zur Ausstellung „Katharina Hohmann: Inventur, Kunsthalle Osnabrück, 2019″ derzeit in mein PrivatVokabular gelangen konnte. Das Bergwandern mit der Option, im „Basislager“ auszuruhen, gefiel mir auch diesmal gut, weil es das Ästhetische nicht als Ziel, sondern als Weg beschrieb. Auch gab es mir etwas Trost, in diesem für mich ungewohnten reiseticketlosen Zeitabschnitt.

Professionelle Aufräumer*innen kennen das vielleicht: OrdnungSchaffen und Aufräumen entwickelt eine Dynamik und „arbeitet“ am Ende gegen die Schwerkraft der Möbel. Kurz gesagt: Irgendwann wollte ich einfach wissen, wie es ist, aus den Sitzgelegenheiten und dem Tisch eine „Raumlandschaft mit Aussichtpunkten“ zu schaffen. Vergleichbar der „Reise nach Jerusalem“ brachte ich das Sitzmobiliar in 360-Grad-Panorama-Stellung. Wie in einem Aussichtsturm probierte ich abwechselnd alle möglichen Perspektiven aus, zog Bücher aus den Regalen,  löste Chronologien und Projekte auf, fand ideale Zeitverläufe, die sich mit idealen Orten und Menschen verbanden, die sich untereinander zwar noch nicht kannten;  aber das kann sich ja noch ändern…

Ostern 2020 wird mir in Erinnerung bleiben. Ich selbst hatte schon fast vergessen, dass auch Ordnung Kraft und Raum für Konzentration und Reflexion – und vielleicht neue Netzwerke schaffen kann.

Verena Voigt M.A.
Kuratorin, Journalistin, Sammlerin
lebt und arbeitet in Potsdam und Malta

# N E U
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P.S.: Bitte beachten Sie: Aufräumen ist ein individueller Prozess. Welche Dinge in Ihrem persönlichen Umfeld verbleiben oder von welchen Sie sich trennen wollen, obliegt einzig und allein Ihnen.

Kleiderbügel

Aufgehängt und aufgeräumt

„Kleiderbügel sind Haushaltsgeräte, die zum Aufhängen von Kleidungsstücken in Schränken oder in Garderoben dienen. Sie sind der Schulterform des Menschen nachgebildet und dienen zum Aufhängen und Verstauen von Oberbekleidung wie Mänteln und Jacken, aber auch Hemden und Blusen. Oft besitzen sie noch eine Querstange, an der man Hosen aufhängen kann (…),“ so läßt sich bei Wikipedia lesen.

Ob Holz, Draht oder Plastik, schmal oder breit, mit Klemme oder ohne – der Kleiderbügel spiegelt ein Stück Zeitgeist. Zunächst waren es die entsprechend wertvollen Kleidungsstücke von Klerus, Militär und Adel, die es galt, sorgsam aufzuhängen und vor Ungeziefer zu schützen. Die Urform soll es bereits im Jahr 1425 gegeben haben. Die Alltagskleidung der einfachen Leute hingegen wurde zum Lüften oder Trocknen über Stangen in die Nähe des Ofens plaziert, an einen schlichten Haken gehängt oder in eine Truhe gelegt.

Kleiderbügel-Boom
Der Kleiderschrank kam erst im 18. Jahrhundert in Mode und auch dann noch wurden die meisten Kleidungsstücke in Regalen liegend verwahrt. Erst im 19. Jahrhundert kamen schließlich Stangen in die Schränke, auf denen man die Kleidung auf Bügeln aufhängen konnte.

Die beginnende Bekleidungsindustrie in der Mitte des 19. Jahrhunderts und das aufkommende Modegeschäft lösten einen Kleiderbügel-Boom aus. Die Präsentation der Ware rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt. In Geschäften kann man nun Kleidung „von der Stange“ kaufen.

Alltagsgegenstand mit großer Vielfalt
Neue Fabriken für Kleiderbügel entstehen. In den 30igern glänzten die Hänger als edles Hängeutensil im Schrankkoffer. Geschäfte und Wäschereien entdecken zunehmend Bügel als Werbeträger und kreieren in geschwungenen Schriftzügen ihre Werbebotschaft. Es wird mehr und mehr versucht, den gewöhnlichen Gebrauchsgegenstand durch verschiedene Formen und Patente zu optimieren. Der Kleiderbügel wird zum Gegenstand der Technik- und Konsumgeschichte.

Praktische Reise- und Klappbügel für die knitterfreie Kleidung unterwegs, Bügel mit Kragenrolle zum Schutz für Hemdskragen, Rockspanner, Hosenklemmbügel, Metallbügel mit Anti­rutsch­beschichtung, praktische Clip-Bügel, Bügel mit Platzspareffekt – variantenreiche Bügelschönheiten entwickeln sich, die das Kleidungsstück in Form bleiben läßt.

Heute gibt es Bügel aller Machart und sogar Kleiderbügelsammler, die die „Pertiologie“ (Kunstwort für „Bügelkunde“) begründet haben. Passend zur jeder Mode werden entsprechende Kleiderbügel mittlerweile auch als Designobjekt entwickelt. Dabei spielt nicht nur die Form, sondern auch die Farbe des Bügels eine große Rolle – besonders auf dem internationalen Markt. „Die Amerikaner lieben rote Bügel. In Asien verkauft sich Glitzerpink besonders gut. Die Deutschen mögen es hingegen eher klassisch: weiß, schwarz oder silber“, weiß Michaela Schenk, Geschäftsführerin des Kleiderbügelherstellers Mawa GmbH, die „den Kleiderbügel jeden Tag neu erfindet“.

Die Formfindung einer so konstruktiv simplen Erfindung ist facettenreich. Wir haben heute die Qual der Kleiderbügel-Wahl. Vielleicht hilft beim Kauf ja die Frage: Welcher Kleiderbügeltyp bin ich? 🙂

Tipp: Einheitliche Bügel
Kaufen Sie einheitliche Kleiderbügel! Durchgängig gleiche Bügel haben den großen Vorteil, dass sich die Kleidung auf „einer Höhe“ befindet. Kleiderbügel der gleichen Form und Farbe geben zudem einen wohltuend ruhigen,  ästhetischen Anblick. Egal welche Klamotte darauf hängt: der Schrank sieht sofort ordentlich und aufgeräumter aus – auch ohne Aussortieren.

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Be organized, be happy!

Glücklich durch ein geordnetes Umfeld

Wissenschaftliche Studien von Psychologen und Neurowissenschaftlern sind sich einig: Eine geordnete Umgebung tut uns in vielerlei Hinsicht gut. Es wird eine direkte Verbindung zwischen Unordnung und gesundheitlichem Wohlergehen – körperlich und seelisch – gesehen.
Umgeben Sie sich nur mit Dingen, die Ihnen gut tun. Beginnen Sie gleich heute und entdecken Sie in Ihrem Umfeld Dinge, die Sie als störend empfinden. Bedenken Sie, das alle Gegenstände in Ihrem Wohn- und Arbeitsumfeld auf Sie indirekt wirken – positiv aber auch blockierend. Also auf geht´s! Welchen Gegenstand könnten Sie noch heute entsorgen? Treffen Sie eine Vereinbarung mit sich selbst und legen Sie einen Tag in der Woche fest, an welchem Sie dieses „Ritual“ wiederholen. Es müssen nicht große Gegenstände sein, auch die noch so kleinen zählen. Wichtig ist nur, dass Sie den Wochentag-Rhythmus beibehalten.

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Zeit & Geduld

Schenken Sie sich Zeit zum Aufräumen!

Aufgeräumt zu sein bedeutet, sich Zeit und vor allem Geduld zu geben. Was sich über Jahre angesammelt hat, sollte peu à peu geordnet werden. In aller Ruhe. Geraten Sie nicht in unnötige Panik. Auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.

Die Rauhnächte sind zu Ende, das neue Jahr liegt vor uns. Beginnen wir damit, das Aufräumen als stetigen Begleiter in das Jahr zu integrieren.

Nehmen Sie sich Papier und Stift zur Hand und lassen Sie Ihren Blick durch Wohnung oder Büro schweifen: Welche Ecken oder Stellen fallen Ihnen auf, bei denen Sie die Unordnung schon immer genervt hat? Schreiben Sie diese auf, auch wenn diese noch so klein oder gross sind. Schauen Sie sich nun die Liste an. Welcher Punkt fällt Ihnen besonders auf? Ist es der Kleiderschrank, der Eingangsbereich oder die überquellende Schublade, in der aller Schriftkram unsortiert landet?

Genau diese Ecken sind zwar nicht von heut auf morgen aufzuräumen. Aber im Laufe des Jahres werden Sie dieses spielerisch schaffen. Und Sie haben bereits einen wichtigen Schritt gemacht: Sie haben sich dem Thema gewidmet, und Sie haben eine Aufräum-Checkliste für das Jahr erstellt.

Beginnen wir mit einer kleinen Übung: Tragen Sie alle Stifte (Kugelschreiber, Füller, Bleistifte, Buntstifte) zusammen und legen Sie diese in einen kleinen (Schuh)Karton. Sie werden sich vielleicht fragen, wozu mit so einem kleinen Detail anfangen und nicht gleich den grossen Kleiderschrank aufräumen? Ganz einfach: Aufräumen soll Spass machen und nicht überfordern. Und wer hat schon einen Stift für eine Checkliste zur Hand, der auf jeden Fall funktioniert und nicht die Mine abgebrochen oder die Feder leer ist. Also: alle Stifte in eine Kiste und dann nach und nach aussortieren. Das Resultat sollte sein: eine Kiste mit nur funktionstüchtigen Stiften. Alles andere kann weg. Die Kiste bekommt einen Platz, wo Stifte benötigt werden z.B. am Telefon oder auf dem Schreibtisch. Im Laufe des Jahres legen Sie alle Stifte, die Sie sonst noch so in Ihrem Arbeits- und Wohnumfeld finden nach Prüfung der Funktionstüchtigkeit dort ab. Der erste Schritt zum Aufräumen ist geschafft.

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