Journal

Downsizing

Vom Größeren zum Kleineren

„Und eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst. Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg. Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck,“ singt die Liedermacherin Stefanie Kloß (Silbermond). Das macht Mut und liegt im Trend der Zeit! In jungen Jahren ist die Entscheidung, minimalistisch leben zu wollen eher eine Lebensphilosophie, im Alter jedoch wird es meist zur Notwendigkeit, sein Hab & Gut zu reduzieren.

Das eigene Haus oder die geräumige Wohnung kann besonders im Alter zu einer körperlichen, emotionalen und auch finanziellen Belastung werden. Das Wohnumfeld zu verkleinern und damit sich von liebgewonnen Dingen trennen zu müssen, empfinden die Betroffenen meist als unangenehme Veränderung und großen Einschnitt im Lebensalltag. Veränderungen im Leben zu meistern, sind für die meisten Menschen eine Herausforderung. Nicht nur im Alter fällt es schwer, vertraute Gewohnheiten zu verlassen und Neues zu wagen.

Ein Lebensabschnitt geht zu Ende, ein neuer Lebensabschnitt beginnt!
Weniger Platz bedeutet, weniger Gegenstände haben zu können und  den Besitz zu reduzieren. Im englischsprachigen Raum wird u.a. der Prozess der Verkleinerung Downsizing genannt. Ziel ist es, die eigene Wohnung oder das eigene Haus den veränderten Lebensbedürfnissen im Alter, einem altersgerechten Wohnen, anzupassen. Der Prozess des Downsizing hat somit eine viel treffendere Formulierung verdient: Rightsizing – ein Vorgang, der die Wohnsituation wohltuend an die Lebensumstände anpasst – das passende Maß, um das Leben angenehm zu machen.

Keine Angst haben, sich von Dingen zu trennen und Neues zu gestalten!
Bedenken Sie: ein Wohnumfeld, das Sie selbst in Ordnung und sauber halten können, gibt Ihnen auch im Alter ein gutes Gefühl der Unabhängigkeit. Eine der wichtigsten Regeln hierbei: die Dinge behalten, die im Leben „Freude machen“. Ob altersgerechte Möbel oder barrierefreie Walk-In-Dusche: gestalten Sie sich Ihre Wohnumgebung so, daß diese Ihnen gut tut und sie nicht überfordert. Dann haben Sie Zeit für die wesentlichen Dinge im Alter, können in ihrem individuellen Rhythmus das Leben genießen und mit „leichtem Gepäck“ reisen.

Aktuelle Tipps und Aufräum-Impulse finden Sie auch auf meinen Instagram-Seiten.

P.S.: Bitte beachten Sie: Aufräumen ist ein individueller Prozess. Welche Dinge in Ihrem persönlichen Umfeld verbleiben oder von welchen Sie sich trennen wollen, obliegt einzig und allein Ihnen.

Minimalismus – Weniger ist mehr!?

Wieviel Dinge besitzen Sie?

In der bildenden Kunst ist Minimalismus als Kunstrichtung aus den 1960er Jahren bekannt, Minimalismus als Lebensweise ist ein eher jüngeres Phänomen. Dieser Trend hat 2017 weiter an Dynamik gewonnen, der sich gerade bei der jüngeren Generation verbreitet. Minimalismus ist eine Lebensweise. Es bedeutet mehr als nur Platz freizumachen und nur die wirklich benötigten Gegenstände zu behalten.
War das Ziel in der Kunst mit der „Minimal Art“ die absolute Identität der Form mit sich selbst ohne jede illusionistische assoziative Zutat zu schaffen, so könnte man im übertragenden Sinne den Minimalismus als Lebensstil bezeichnen, der durch bewußten Verzicht in unserer Konsumgesellschaft Platz und damit die Entfaltung für das Wesentliche im Leben schafft. Der Trend gibt den Anhängern die Freiheit, bewusst Entscheidungen zu treffen – Lebenssinn ohne Konsumzwang.

Wer viel hat, kann auch viel loslassen!
10.000 Gegenstände besitzt ein westeuropäischer Durchschnittsbürger, und es wird immer mehr. Kein Wunder, dass Menschen ihren Besitz zunehmend als Belastung erleben. Konzepte des Verzichts sind ein Luxusproblem: denn wer viel hat, kann auch viel loslassen. Durch Verzicht freier werden und zudem damit sozial und ökologisch sinnvoll und verantwortungsvoll zu handeln, ist kein neues Wissen, sondern bereits aus vergangenen Jahrhunderten bekannt. So wußte Franz von Assisi bereits im 13. Jahrhundert und mahnte: „Wenn jeder Einzelne darauf verzichtet Besitz anzuhäufen, dann werden alle genug haben.“
Wir brauchen materielle Dinge wie Nahrung, Kleidung oder Wohnung für unseren Komfort, unser Sicherheitsgefühl, zur Erfüllung unserer Grundbedürfnisse. Aber: meist besitzen wir mehr, als wir brauchen. Die Frage ist: wieviel Besitz brauchen wir, um glücklich zu sein? Wie minimalistisch wollen/ können wir leben?

Tipp zur Reflexion: Wieviel z.B. T-Shirts, digitale Endgeräte, Kugelschreiber oder Winterjacken besitzen Sie und wieviel brauchen Sie, um glücklich zu sein?

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P.S.: Bitte beachten Sie: Aufräumen ist ein individueller Prozess. Welche Dinge in Ihrem persönlichen Umfeld verbleiben oder von welchen Sie sich trennen wollen, obliegt einzig und allein Ihnen.