Journal

Aufgeräumtes Einkaufen

Professional Organizing: Aufgeräumtes Einkaufen

Vor dem Aufräumen kommt das Kaufen

Sommerschlussverkauf, Black Friday, Cyber Monday, Supersale nach Weihnachten, Treue- oder Sonderrabatte – es hagelt nur so von Aktionen. Permanent sollen wir von immensen Angeboten animiert werden, Produkte ergattern zu wollen. Das Warenangebot ist riesig, überall locken Werbeplakate und Schnäppchen. Waren werden immer „hirngerechter“ angeboten. Die Shopping-Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Nach Lust und Laune einfach shoppen – jetzt auch online, Tag und Nacht!

Warum wir kaufen, was wir kaufen
Trotz Konsumkritik geht das Kaufen, Sammeln und Bestellen immer weiter. Die Verführungen einer Konsumgesellschaft leisten ganze Abeit. Das moderne Konsumverhalten wirkt zuweilen irrational, denn die meisten Menschen in den Industrienationen besitzen längst weitaus mehr, als sie zum Leben brauchen. Launige Kommentare in Schnäppchenportalen wie „brauche ich eigentlich nicht, trotzdem mal bestellt“ zeugen von einer überaus satten Gesellschaft.

Neuromarketing
Die Tricks des immer raffinierter werdenden Neuromarketings zu durchschauen, ist schwer, würde uns jedoch vielleicht bewusster einkaufen lassen. Das Ziel: das eigene Kaufverhalten besser und vor allem selbstbestimmt steuern zu können.

Dass die Waren- und Werbeindustrie verstärkt auf das Wissen der Neuroökonomik zurückgreift und sogar dafür teure Studien in Auftrag gibt, ist kein Geheimnis. Das Belohnungssystem und die Ausschüttung von Dopamin in unseren Gehirnen zu aktivieren, ist der Weg, um uns zum Kaufen zu animieren. Glücksmomente erleben, das will wohl jeder. Die Zeit bietet dafür einen guten Nährboden: die Menschen hetzen gestresst durch den Alltag, leben weitab von ihrer Potentialentfaltung und sind stetig auf der Suche nach einem Glückskick.

Kaufrausch
Wenn das Freizeitvergnügen Shoppen zum ständigen Ausgleich für Frust, innere Leere oder Konflikte wird, sollten die Alarmglocken angehen. Nicht selten geht vor dem Kaufen meist eine Phase der Anspannung, schlechten Stimmung oder Langweile voraus. Während des Kaufes erleben viele dann einen „Kick“ von Freude, Vergnügen oder sogar Euphorie. Dieses Gefühl verfliegt jedoch nach dem Erwerb relativ schnell und verlangt nach Wiederholung. Das böse Erwachen nach dem „Rausch“: die Dinge stapeln sich in Büro und Wohnung, werden weggeworfen oder verschenkt.

Vor dem Aufräumen kommt das Kaufen
Der „Überdruss am Überfluss“ wird bereits seit Jahrzehnten diskutiert und zeugt von zeitloser Aktualität. Der aktuelle Aufräum-Hype, der durch finanzstarke Vertreter in Szene gesetzt wird, läßt eines vermissen: Aufräumen beginnt bereits mit dem Kaufen. Bewußtes Einkaufen ist ein wichtiger, wenn nicht sogar der Schlüssel zu einem aufgeräumten Arbeits- und Lebensumfeld.

Tipp: Bewußtes Einkaufen
Machen Sie sich vor dem Einkaufen eine Liste. Kaufen Sie dann nur Dinge, die auf der Liste stehen. Wenn Sie irgendetwas ungeplant kaufen möchten, nehmen Sie sich 24 Stunden Bedenkzeit. Und wenn es dann immer noch ihr Wunsch ist, dann kaufen Sie es.

Aktuelle Tipps und Aufräum-Impulse finden Sie auch im Store und auf meinen Instagram-Seiten.

P.S.: Bitte beachten Sie: Aufräumen ist ein individueller Prozess. Welche Dinge in Ihrem persönlichen Umfeld verbleiben oder von welchen Sie sich trennen wollen, obliegt einzig und allein Ihnen.

Fast Fashion

Mode. Macht. Wirtschaft.

Fast Fashion ist eine Unternehmensstrategie mit dem Ziel in hoher Frequenz neue Mode in die Geschäfte zu bringen. Umfaßte früher ein Modejahr zwei Zyklen (eine Frühjahr/ Sommer- und eine Herbst/ Winterkollektion), so erscheinen mittlerweile bei nicht wenigen Labels mehr als 12 Kollektionen im Jahr. Die Produktionsdauer hat sich von 2-3 Monaten auf wenige Tage reduziert.

Mode belastet Umwelt und Gesundheit
Die Modebranche produziert pro Jahr 80 Milliarden Kleidungsstücke und liegt damit in Sachen Umweltverschmutzung auf Platz zwei – direkt nach der Erdölindustrie. Und die Strategie der Modeindustrie geht auf: Wir lassen uns animieren und verleiten. Wir kaufen mehr Kleidung, als wir tatsächlich benötigen. Wen wundert es, daß weltweit jährlich Millionen Tonnen von Klamotten auf den Müllhalden landen.

Slow Fashion – Fair Fashion
Internationale Fashion-Aktivisten fordern eine neue Mode mit ethischen Grundsätzen. Slow Fashion ist nicht nur der Gegenentwurf zur Fast Fashion. Slow Fashion ist ein Bewusstsein, eine Haltung, die sich alle Beteiligten der Modebranche zu Eigen machen können: Designer, Produzenten und Käufer.
Designer, die bereits bei ihren Entwürfen für die Umsetzung mit innovativen, nachhaltigen Fasern mitdenken. Produzenten, die lokale Manufakturen mit der Produktion beauftragen und so die Arbeitsbedingungen mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und fairen Löhne vor Ort im Auge halten können. Und nicht zuletzt die Käufer, die mehr auf Qualität als Quantität setzen, weniger konsumieren, sich um nachhaltige Alternativen bemühen und bereit sind, gegebenenfalls auch höhere Preise für Kleidung zu zahlen.

Capsule Wardrobe
Wer will das nicht – einen Kleiderschrank voller Lieblingsteile, die man nach Lust und Laune kombinieren kann. Das Prinzip der Capsule Wardrobe: die Klamotten im Kleiderschrank auf ein paar essenzielle modeunabhängige Kleidungsstücke reduzieren – und damit einem bekannten Problem entgegenzuwirken: dem Gefühl, vor einem Berg von Klamotten zu stehen und trotzdem zu meinen, nichts anzuziehen zu haben. Weniger ist mehr, ist die Devise. Dabei wird der Kleiderschrank so optimiert, dass am Ende nur eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken übrig bleibt, die wirklich gefallen und gut kombinierbar sind. Wie viele Teile das sind, variiert und hängt von den jeweiligen Bedürfnissen ab. Eine gute Mischung zwischen Basics und Statements machen die Outfits abwechslungsreich und individuell. Die Idee einer Capsule Wardrobe vereinfacht das Leben und hilft gegen überfüllte Kleiderschränke. Wir gehen bewußter mit der Wahl und dem Kauf von Kleidungsstücken um und sind aufgeräumt. Und wir können dazu beitragen, die immensen Klamottenberge einer Konsumgesellschaft zu minimieren.

Tipp: Gedankenspiel
Wieviele Kleidungsstücke brauchen wir, um zufrieden zu sein?
Welche ziehen wir wirklich gerne an?
Welche liegen eigentlich nur im Schrank und werden nicht mehr angezogen?

Sende-Tipp:
Eine andere Mode ist möglich – Dokumentation Frankreich 2016 – arte

Manufaktur-Tipp:
Faire Mode für faire Frauen – dafür steht das Label Maria Seifert aus Leipzig. Statt mehrfach im Jahr komplett neue Kollektionen zu entwerfen, konzentriert sich das Label auf Slow Fashion und zeitgemäßes Upcycling. Einfach gut!
www.mariaseifert.com

Aktuelle Tipps und Aufräum-Impulse finden Sie auch auf meinen Instagram-Seiten.

P.S.: Bitte beachten Sie: Aufräumen ist ein individueller Prozess. Welche Dinge in Ihrem persönlichen Umfeld verbleiben oder von welchen Sie sich trennen wollen, obliegt einzig und allein Ihnen.